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Material und Stahl

AISI 316 gegen 304: wann der Unterschied zählt — Teil I

Zwischen einem AISI 304 und einem AISI 316 liegen nur wenige Prozentpunkte Molybdän. Das klingt nach nichts. Es ist aber der Unterschied zwischen einem Produkt, das eine Saison hält, und einem, das ein Leben lang hält.

· 2 Min. Lesezeit

Zwei, vielleicht drei Prozentpunkte. Das ist alles, auf dem Papier, was die beiden meistverbreiteten Edelstähle der Welt unterscheidet. Eine Menge so klein, dass man beim Lesen eines technischen Datenblatts mit den Schultern zucken möchte.

Genau dieses wenige Molybdän verändert das Verhalten des Metalls genau dort, wo es zählt: an der Grenze zwischen dem Stahl und dem Salz.

304 ist ein ausgezeichneter Stahl. In der Küche, in einem geschlossenen Bad, fern vom Meer, kann er jahrzehntelang arbeiten, ohne nachzugeben. Aber bringen Sie ihn ins Freie, wenige Schritte vom Ufer entfernt, unter den salzigen Nebel, der mit dem Libeccio-Wind kommt, und die Geschichte ändert sich. Chlor und Salz suchen eine schwache Stelle in der Oberfläche. Sie finden sie. Es beginnt mit einem Fleck. Dann ein winziger Rostpunkt, wo keiner sein sollte. Das ist die Lochkorrosion: klein, lokal, unerbittlich.

Genau dazu dient das Molybdän. Es macht die passive Schicht des Stahls (jener unsichtbare Film, der ihn schützt) stabiler, fähiger, sich zu schließen, wenn sie angegriffen wird. Deshalb nennt man den 316er im Fachjargon „Meeresstahl“. Nicht weil er aus dem Meer kommt, sondern weil er der Einzige ist, der neben ihm leben kann, ohne aufzugeben.

Für Fontealta war es nie eine Wahl zwischen zwei Optionen. Fontealta ist im Freien entstanden, in der Versilia, zwischen der salzigen Luft und dem harten Licht der Küste. Die erste Dusche, die wir gebaut haben, diente dazu, Süßwasser ans Ufer zu bringen: Sie entstand schon inmitten der feindlichsten Umgebung, die es für Metall gibt. Den 304er zu verwenden, wäre gewesen, als würde man ein Boot aus dem falschen Holz bauen.

Deshalb ist jede Säule, jeder Wasserhahn, jedes Zubehörteil, das Viareggio verlässt, aus AISI 316. Nicht als Premium-Option, nicht als Upgrade aus dem Katalog. Als Ausgangspunkt. Denn der richtige Stahl ist nicht der, der bei gleicher Optik weniger kostet: Es ist der, der in zehn Jahren noch dort stehen wird, fest, während das Wasser weiter über ihn fließt.

Im zweiten Teil: warum die Bearbeitung von 316 schwieriger ist, und warum wir es trotzdem tun.

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