Zum Inhalt springen
Zurück zum Blog

Architektur und Design

Saint-Tropez: die Dusche, die sich tarnt

Manchmal ist der höchste Luxus, nicht aufzufallen. Im Licht zu verschwinden, im Stein, in der Farbe eines Ortes, und das Wasser seinen eigenen Teil machen zu lassen.

· 1 Min. Lesezeit

Es gibt eine Tendenz, in den gelungensten Projekten, denen wir begegnen, die in die entgegengesetzte Richtung dessen geht, was man von einem Designobjekt erwarten würde. Sie will nicht die Hauptrolle spielen. Sie will so sehr zum Raum gehören, dass sie darin fast unsichtbar wird.

Saint-Tropez ist in diesem Sinne eine Schule. Architekturen im Dialog mit der mediterranen Macchia, Verputz in den Tönen von Sand und warmem Stein, Hölzer, die Sonne und Salz gebleicht haben. Räume, gedacht, damit das Auge über die Landschaft gleitet, ohne über etwas Unpassendes zu stolpern. In so einem Kontext wäre eine Duschsäule aus poliertem Stahl ein Eindringling. Sie würde zu sehr glänzen. Sie würde „schau mich an“ sagen, wo alles andere „schau darüber hinaus“ sagt.

Hier hört die Farbe nach Maß auf, eine Marotte zu sein, und wird zum Projekt. Wenn eine Säule genau die Farbe der Wand annehmen kann, vor der sie steht (denselben warmen Ton des Verputzes, dasselbe Grau des Steins, dasselbe matte Grün eines Fensterladens), löst sich das Objekt in der Architektur auf. Die Funktion bleibt, die Präsenz verschwindet. Die Dusche ist da, aber man sieht sie nicht, bis man sie braucht.

Das ist Tarnung, aber kein Verzicht. Unter dieser Farbe steckt weiterhin AISI 316, dieselbe Beständigkeit gegen Salzluft, die wenige Meter vom Meer entfernt kein Detail, sondern eine Bedingung ist. Die Dusche, die sich vor dem Blick verbirgt, verbirgt sich nicht vor dem Salz: Dort gibt sie sogar ihr Bestes.

Wir denken gern, dass dies die reifste Form von Luxus ist. Nicht das Objekt, das Aufmerksamkeit fordert, sondern jenes, das die Sicherheit hat, sich zurückzuhalten, weil es weiß, dass seine Qualität nicht zur Schau gestellt werden muss, um da zu sein.

Haben Sie eine technische Frage?

Schreiben Sie uns: Es antwortet Ihnen, wer den Stahl jeden Tag bearbeitet.